Mittendrin
Das Journal der Ev. Kirchengemeinde Barkhausen
November 2018 - März 2019
(Auszüge und Ergänzungen)

Mittendrin Bildschirmaufnahme
Musik liegt in der Luft!


Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Musik war noch nie ein so wichtiger Bestandteil des Lebens. Sie begleitet
uns den ganzen Tag. Doch oft ist es lediglich die Berieselung nebenbei im
Hintergrund. Das intensive Hören von Musik wird seltener. Streamingdienste
bieten das gesamte weltweite Musikangebot an. Allein die Entscheidung,
was höre ich mir als nächstes an, kann mühsam sein. Doch gleichzeitig melden
sich die Langspielplatten zurück. Die Scheiben aus Vinyl verlangsamen
den Zugriff auf Musik und ermöglichen so einen intensiveren Musikgenuss.
Wer steht schon auf und dreht nach einem nicht gefallenden Musikstück
die Scheibe um? Bei dieser Art des Musikgenusses spüren wir immer sehr
schnell, dass die Musik in uns etwas ganz Tiefes auslöst. Darum soll es in
dieser Ausgabe gehen.

Und es geht um Weihnachten. Man kann noch gar nicht glauben, dass es
schon wieder so weit ist. Gerade hatten wir noch einen goldenen Herbst.
Doch die Krippenspielproben, die Vorbereitungen für das Adventsfest und
den Weihnachtsmarkt und die Musikproben für die Konzerte in der
Adventszeit weisen unmissverständlich darauf hin, dass Weihnachten vor
der Tür steht. Möge uns der ein oder andere häusliche Musikabend in all
der Hektik zur Ruhe kommen lassen.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten
und ein gesegnetes neues Jahr!
Ihre
Dorothea Hüffmann, Pfarrerin
Bernd Hüffmann, Pfarrer i.R.



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Photo by Mark Solarski on Unsplash

Musik liegt in der Luft Es wird jetzt abends schon wieder
recht früh dunkel. Warum nicht eine Kerze anzünden und Musik
hören? Und schon bin ich in einer anderen Welt. Die Gedanken schweifen in
die Vergangenheit, in die Zukunft. Landschaften entstehen vor meinem
geistigen Auge, in denen ich spazieren gehe. Ich begegne Menschen,
die eigentlich weit weg wohnen. Ich begegne Menschen, die
mich schon lange verlassen haben. Das Geheimnis der Musik ist
unergründlich. Nur wir Menschen machen Musik. Nur wir
Menschen hören gewollt Musik.

Bosse singt in seinem Song
„Augen zu, Musik an“:
Augen zu, Musik an
Musik, Musik, Musik
Augen zu, Musik an
Solang‘ ich denken kann
Sie schwebt an meinen Körper
Sie zieht mich in ihren Bann
Dann Augen zu Musik an
Und ich flieg‘, ich flieg‘, ich flieg‘,
yeah



Das ist eine Erfahrung, die viele Menschen machen.
Kann man deshalb sagen: Musik, ein
Fingerzeig Gottes?! Ein Stück Himmel!
Ich kann nur aus tiefstem Herzen Ja sagen.
Doch es ist nicht für jeden dieselbe Musik,
die ihm den Himmel auf Erden eröffnet. Aber für jeden die
ganz eigene Musik. Für die einen ist es die Volksmusik,
die Lieder der Jugend, für andere sind es die klassischen Choräle.
Für mich ist es jegliche Art gefühlvoller Musik. Jede Musik,
die mit Herzblut komponiert oder improvisiert
wurde. Die Cello-Suiten von Johann Sebastian Bach,
die Trompete von Miles Davis in „Kind of
Blue“. Die eindrückliche Stimme von Peter Gabriel
auf seinem Album „Scratch my Back“, die vom
nahenden Tod gezeichnete Stimme Johnny Cashs
und, und, und ... .

HAUSER - Cello Suite No.1 - Prelude (J. S. Bach)


und eine neue Interpretation


Miles Davis: Blue in Green


Peter Gabriel: The Book of Love


Johnny Cash: Hurt


Wo ich mich der Musik öffne, findet Begegnung statt.
Und wo Begegnung stattfindet, ist uns Gott ganz nah.

Wir können das Phänomen Musik nicht erklären. Aber wir können die
Musik genießen, einfach so, ohne Hintergedanken. Durch sie wird Gott
uns in schweren Tagen trösten, wird uns Erinnerungen
schenken, die wir schon verloren glaubten. Er wird uns
Kraft schenken für den Weg, der vor uns liegt. Er wird uns
Gelassenheit schenken.
B. Hüffmann